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Sonntag, 11. Januar 2009
Was Saftiges zum Einstieg...SEX
tfg2009, 00:12h
Zumindest hat der Trick neulich bei mir auch gezogen.
Situation: im Buchladen in Begleitung einer Freundin, die sinnfreie Kleinigkeiten sucht, die sie in den selbstgebastelten Adventskalender für ihren Freund stopfen kann (in Anbetracht des Inhalts: der Arme!).
Auf dem Weg zur Kasse schafft es die Kombination aus "Sex", "Jakobsweg" und "sein Genitiv", die Reizschwelle vom Unbewussten zum Bewussten zu überspringen. Tatsächlich, lacht mir der Herr Schmidt mit dem wissenden Grinsen der selbsternannten Mediennutte an; kann mich diesem Kaufreiz nicht erfolgreich widersetzen. Der Pseudo-Schwabe in mir zwingt mich in einem letzten Akt des Aufbäumens, zumindest noch das Preisschild auf der Rückseite in Augenschein zu nehmen. 7,95 Euro. Was solls, ist gekauft.
Da es in diesem Beitrag aber nicht um das Buch gehen soll nur in aller Kürze: der beste Beitrag ist für meinen Geschmack noch die Einleitung, in welcher Herr Schmidt den mir bis dato noch nicht geläufigen aber umso griffigeren Begriff der "Verschenkliteratur" definiert. Und das ist das Buch auch: zum Verschenken an diejenigen, denen man einerseits nicht die Zeit widmen möchte, sich Gedanken über ein sinnvolles Buch zu machen, andererseits auch nicht den Mumm hat, mit völlig leeren Händen (zu welchem Anlass auch immer) zu erscheinen.
Was ich eigentlich zum Thema Sex schreiben wollte: die Süddeutsche hat eine Reihe von in Summe durchaus repräsentativen Zeitgenossen gebeten, eine Art Tagebuch über ihr Sexleben und alles was damit in Zusammenhang steht zu führen.
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/27716/1/1#texttitel
Höchst amüsant, was MediaMarkt-Verkäufer, Abiturientinnen, DJs und Altenpflegerinnen zu erzählen haben.
An den Gedanken, dass auch Menschen jenseits der 50 noch Sex haben, habe ich mich so langsam gewöhnt (wobei das bis vor kurzem noch ähnlich außerhalb meiner Vorstellungskraft lag wie die Erkenntnis, dass auch die eigenen Eltern Sex haben bzw. zumindest in der Vergangenheit wenigstens einmal Sex gehabt haben müssen). Von daher schockt mich die Altenpflegerin, die zwei Achtzigjährige in flagranti erwischt, nicht sonderlich (bidhaft vorstellen möchte ich es mir aber auch nicht).
Nur der DJ wird seinem Klischee nicht voll gerecht. Ok, er kokst (Häkchen), er säuft während eines Sets (Häkchen), er kommt erst morgens um 10 von einem Auftritt zurück (Häkchen). Aber so wenig Sex?! Mag sein, dass mit 35 eher ein bisschen Gemütlichkeit einzieht, aber doch nicht bei einem DJ! Bin erschüttert!
Einige Tagebuchschreiber offenbaren einen derart tiefen Einblick, dass man schon beim Lesen Mitleid mit ihnen entwickelt. Beispiel: der Handwerksmeister. Hoffentlich bin ich mit Anfang 60 zufriedener. Gut, habe ja auch noch ein paar Jahrezehnte.
Den Beitrag der Dozentin der Kulturwissenschaft verstehe ich nicht so recht: ihr Freund will immer, braucht aber immer einen ganzen Werkzeugkasten voller Hilfsmittel? Und kommt selbst dann nicht? Sex jenseits der 35 muss wirklich merkwürdig sein.
Der Produktdesigner scheint auch zu koksen (siehe DJ). Sieht eine Büchersendung mit einer rothaarigen Moderatorin (danke für diese nichtssagende Detailinformation). Zitat: "Sie hat muskulöse Wangen, wie eine Sängerin." Wat?!? Muskulöse Wangen?!?
Situation: im Buchladen in Begleitung einer Freundin, die sinnfreie Kleinigkeiten sucht, die sie in den selbstgebastelten Adventskalender für ihren Freund stopfen kann (in Anbetracht des Inhalts: der Arme!).
Auf dem Weg zur Kasse schafft es die Kombination aus "Sex", "Jakobsweg" und "sein Genitiv", die Reizschwelle vom Unbewussten zum Bewussten zu überspringen. Tatsächlich, lacht mir der Herr Schmidt mit dem wissenden Grinsen der selbsternannten Mediennutte an; kann mich diesem Kaufreiz nicht erfolgreich widersetzen. Der Pseudo-Schwabe in mir zwingt mich in einem letzten Akt des Aufbäumens, zumindest noch das Preisschild auf der Rückseite in Augenschein zu nehmen. 7,95 Euro. Was solls, ist gekauft.
Da es in diesem Beitrag aber nicht um das Buch gehen soll nur in aller Kürze: der beste Beitrag ist für meinen Geschmack noch die Einleitung, in welcher Herr Schmidt den mir bis dato noch nicht geläufigen aber umso griffigeren Begriff der "Verschenkliteratur" definiert. Und das ist das Buch auch: zum Verschenken an diejenigen, denen man einerseits nicht die Zeit widmen möchte, sich Gedanken über ein sinnvolles Buch zu machen, andererseits auch nicht den Mumm hat, mit völlig leeren Händen (zu welchem Anlass auch immer) zu erscheinen.
Was ich eigentlich zum Thema Sex schreiben wollte: die Süddeutsche hat eine Reihe von in Summe durchaus repräsentativen Zeitgenossen gebeten, eine Art Tagebuch über ihr Sexleben und alles was damit in Zusammenhang steht zu führen.
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/27716/1/1#texttitel
Höchst amüsant, was MediaMarkt-Verkäufer, Abiturientinnen, DJs und Altenpflegerinnen zu erzählen haben.
An den Gedanken, dass auch Menschen jenseits der 50 noch Sex haben, habe ich mich so langsam gewöhnt (wobei das bis vor kurzem noch ähnlich außerhalb meiner Vorstellungskraft lag wie die Erkenntnis, dass auch die eigenen Eltern Sex haben bzw. zumindest in der Vergangenheit wenigstens einmal Sex gehabt haben müssen). Von daher schockt mich die Altenpflegerin, die zwei Achtzigjährige in flagranti erwischt, nicht sonderlich (bidhaft vorstellen möchte ich es mir aber auch nicht).
Nur der DJ wird seinem Klischee nicht voll gerecht. Ok, er kokst (Häkchen), er säuft während eines Sets (Häkchen), er kommt erst morgens um 10 von einem Auftritt zurück (Häkchen). Aber so wenig Sex?! Mag sein, dass mit 35 eher ein bisschen Gemütlichkeit einzieht, aber doch nicht bei einem DJ! Bin erschüttert!
Einige Tagebuchschreiber offenbaren einen derart tiefen Einblick, dass man schon beim Lesen Mitleid mit ihnen entwickelt. Beispiel: der Handwerksmeister. Hoffentlich bin ich mit Anfang 60 zufriedener. Gut, habe ja auch noch ein paar Jahrezehnte.
Den Beitrag der Dozentin der Kulturwissenschaft verstehe ich nicht so recht: ihr Freund will immer, braucht aber immer einen ganzen Werkzeugkasten voller Hilfsmittel? Und kommt selbst dann nicht? Sex jenseits der 35 muss wirklich merkwürdig sein.
Der Produktdesigner scheint auch zu koksen (siehe DJ). Sieht eine Büchersendung mit einer rothaarigen Moderatorin (danke für diese nichtssagende Detailinformation). Zitat: "Sie hat muskulöse Wangen, wie eine Sängerin." Wat?!? Muskulöse Wangen?!?
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Darauf hat die Welt gewartet!
tfg2009, 23:58h
Ein weiterer Hanswurst, der seiner narzisstischen Störung nachgibt und ungefragt seinen Senf zu alles und jedem ablässt. Profile bei StudiVZ, Facebook und Xing genügen meinem Geltungsbedürfnis nicht mehr, ein eigener Blog muss her (Mentale Notiz: nachschlagen, ob es "der" oder "das" Blog heißt. Kann ich mir nie merken, genauso wenig, ob es "das" oder "der" Joghurt heißt).
Den fülle ich im Folgenden mit mehr oder minder sinnfreien Kommentaren (eben zu alles und jedem).
Vielen Dank an dieser Stelle, lieber Leser, dass ich schon drei Minuten Ihrer wertvollen Lebenszeit stehlen durfte.
Wobei mir auffällt: politisch korrekt hätte ich jetzt "liebe Leserin, lieber Leser" schreiben müssen. Zumindest hat Herr Gysi am letzten Mittwoch bei Plasberg im Ersten sogar von Hartz-IV-Empfängerinnen und Empfängern gesprochen. Soviel Demut muss sein!
Den fülle ich im Folgenden mit mehr oder minder sinnfreien Kommentaren (eben zu alles und jedem).
Vielen Dank an dieser Stelle, lieber Leser, dass ich schon drei Minuten Ihrer wertvollen Lebenszeit stehlen durfte.
Wobei mir auffällt: politisch korrekt hätte ich jetzt "liebe Leserin, lieber Leser" schreiben müssen. Zumindest hat Herr Gysi am letzten Mittwoch bei Plasberg im Ersten sogar von Hartz-IV-Empfängerinnen und Empfängern gesprochen. Soviel Demut muss sein!
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